Die folgenden Beispiele beschreiben Situationen, in denen Ärzte oder Ärztinnen die Auswirkungen und die klinische Signifikanz Monoklonaler Gammopathien unklarer Signifikanz (MGUS) berücksichtigen sollten. Diese wurden von Dr. Maximilian Steinhardt erläutert, einem Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Würzburg mit Schwerpunkt Multiples Myelom und Amyloidose. Das vollständige Interview mit Dr. Steinhardt finden Sie unter: https://info.bindingsite.com/de-de/flc.spe.hcp.ger
MGCS sind Monoklonale Gammopathien, die nicht der klinischen Definition einer aktiven malignen Erkrankung entsprechen, bei denen jedoch das monoklonale Protein oder der Plasmazellklon selbst Organschäden verursacht – unabhängig von der Tumorlast1.
Die klinische Signifikanz der Monoklonalen Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) beschränkt sich nicht nur auf die Progression zu Multiplem Myelom, AL-Amyloidose oder anderen malignen Erkrankungen wie dem Morbus Waldenström.
Die Lebenserwartung ist reduziert – selbst bei Patienten, die nicht zu einer aktiven malignen Erkrankung fortschreiten.
Ein Teil dieser verringerten Lebenserwartung ist auf Monoklonale Gammopathien klinischer Signifikanz zurückzuführen.
Abbildung 1 – Lebenserwartung von Patienten mit MGUS im Vergleich zu Personen ohne MGUS. Adaptiert nach Kristinsson et al. 2009.2
Bei Monoklonalen Gammopathien klinischer Signifikanz ist es von größter Bedeutung zu erkennen, dass das monoklonale Protein die Ursache der Symptome des Patienten ist. Da die Menge des vom zugrunde liegenden Tumor produzierten monoklonalen Proteins gering sein kann, sollten alle leitlinienempfohlenen Tests zur Identifikation monoklonaler Proteine verwendet werden. Da manche Patienten Tumore haben, die ausschließlich Freie Leichtketten sezernieren, sollten die Freien Leichtketten im Serum (sFLC) in die Bewertung möglicher Monoklonaler Gammopathien einbezogen werden.
Da sich die Konzentrationen monoklonaler Proteine im Zeitverlauf verändern können, ist es wichtig, das monoklonale Protein des Patienten regelmäßig zu monitoren. Die sFLC-Testung sollte ebenfalls zur Verlaufskontrolle eingesetzt werden. sFLC-Messungen liefern zusätzliche diagnostische Informationen und können Erhöhungen der monoklonalen Proteinproduktion früher erkennen als andere Methoden.
Mit * markierte Felder sind erforderlich